Dienstag, 13. August 2013

Meine Geburtsgeschichte

Die Tür zu den Kreißsälen und den Räumlichkeiten der Hebammen und Krankenschwestern.


Willkommen zu meiner Geburtsgeschichte!

Am Montag, den 22. Juli, wurde ich von meiner Hebamme nach Herford in die Klinik geschickt, damit die mich überwachen. Das durchgeführte CTG von meiner Hebamme Gabi hat ergeben, dass die Herztöne von meiner Kleinen nicht zufriedenstellend waren. Im Krankenhaus haben sie mich dann zur Beobachtung behalten und viele CTGs durchgeführt: das heiße Wetter hat mir und dem Baby etwas zu schaffen gemacht. Dienstagabend hieß es dann, dass ich am nächsten Tag wahrscheinlich nach Hause kann, weil alles soweit in Ordnung war.

Mittwochmorgen, um 5.30 Uhr, bin ich dann natürlich mit Wehen aufgewacht und das erhoffte Nachhausekommen hat sich erstmal erledigt, haha. Die Wehen kamen zu dem Zeitpunkt circa alle 3-5 Minuten und beim CTG konnte man die Ausschläge deutlich erkennen.
Die Untersuchung hat ergeben, dass der Muttermund erst 1-2 cm geöffnet ist (er muss zur Geburt 10 cm geöffnet sein). Es stand also noch ein langer Weg vor uns.

Tim kam dann ein paar Stunden später und auch seine Mutter kam mit frischem Obst zur Unterstützung vorbei. Wir waren gemeinsam spazieren und haben die Zeit irgendwie rumgekriegt. Die Wehen wurden immer und immer schlimmer und die Schmerzen waren ganz schön heftig!
Schon mittags hatte ich Angst, dass ich mit den Schmerzen später nicht mehr klar komme, weil die Wehen jetzt schon so fürchterlich weh taten. Also hat Tim jede Wehe mit mir veratmet und die Hebammen haben mich dann in die Badewanne im violetten Kreißsaal geschickt, damit ich entspannen kann und es somit schneller voran geht.

Die Wanne war unter Wasser mit blauem Licht beleuchtet und ich hatte eine Art Milchbad mit Aromaöl und dazu noch Entspannungsmusik. Das tat wirklich gut und die Wehen kamen, komischerweise, in längeren Abständen. Die Stärke der Wehen wurde jedoch noch heftiger und manchmal konnte ich mich krümmen vor Schmerz und wollte am liebsten Weglaufen. Zu blöd, dass der Schmerz aber nicht so einfach aufhört, haha.
Die Hebamme Maike kam dann an die Wanne zu mir und hat mit mir gesprochen. Bei meiner Krankenhausanmeldung habe ich unter Wünschen angegeben, dass ich keine Schmerzmittel und vor allem keine PDA haben möchte. Maike meinte dann, dass es sein kann, dass ich das doch bekommen sollte. Sie sieht wie es voran geht und sie will die natürliche Geburt unterstützen und keinen Kaiserschnitt. Ich solle ihr einfach vertrauen.
Diese Aussage hat mich erst etwas getroffen, weil ich mir das anders erhofft habe. Ich habe jedoch bald gemerkt, dass sie recht hatte.

Nach circa einer halben Stunde bin ich dann aus der Badewanne raus und wurde wieder untersucht: diesmal war der Muttermund immer noch kaum geöffnet. Nur 2-3 cm. Ich lag bis dahin schon ungefähr 9 Stunden in den Wehen und ich schätze, dass es mittlerweile 15 Uhr war.
Tims Mama ist dann auch nach Hause gefahren und Tim und ich haben weiter zusammen alles durchgestanden. Er war eine große Hilfe für mich und hat mich sogar während den Wehen am Rücken im Lendenbereich mit einem Massageball massiert. Die Wehenschmerzen waren dort nämlich sehr stark und natürlich auch vorne im Unterleib. Dieses immer stärkere Ziehen und Verkrampfen raubt einem alle Kräfte.

Danach ging alles relativ schnell. Irgendwann habe ich mir dann ein Schmerzmittel geben lassen, welches angeblich super wirken sollte, was es aber nicht getan hat.. Ich war nur in einem beduselten Zustand, als ob man Alkohol intus hätte, haha. Die Schmerzen wurden mir jedoch nicht wirklich genommen.
Nun wurde das Veratmen der Schmerzen immer schwerer. Da ich noch ganz viel Arbeit vor mir hatte und noch lange nicht am Ende der Reise war, habe ich dann nach einer PDA gebeten. Also eine Rückenmarksspritze, die den Schmerz der Wehen größtenteils nimmt, da sie stark den unteren Bereich des Körpers betäubt.

Der Anästhesist kam dann nach ungefähr einer halben Stunde und als ich die Spritze endlich bekommen habe, war es schon 18 Uhr. Danach war ich so selig und hätte diesen Mann am liebsten abgeknutscht, haha :D Dieses Gefühl kann man gar nicht beschreiben, wenn der ganze Schmerz von einem fällt.

Die Hebamme Maike meinte dann, dass Tim und ich uns ausruhen sollten und versuchen sollten zu schlafen. Tim ist dann in mein Zimmer gegeangen und ich war weiterhin im Kreißsaal und habe zuerst mit meinem Handy ein paar Nachrichten verschickt. Hätte ich gewusst, was mich als nächstes erwartet, hätte ich die Zeit zum Ausruhen genutzt, haha!

Danach ging alles dann ganz schnell. Kaum wollte ich mich hinlegen und schlafen, habe ich einen enormen Druck auf meinen Beckenboden gespürt. Ich dachte nur so: das darf doch nicht wahr sein. Wieso kommen diese bescheuerten Wehen trotz PDA wieder?! Ich habe Maike das beschrieben und sie meinte, eine Geburt ist eben schmerzhaft und ich muss da irgendwie durch.
Kaum war sie aus dem Raum, wurde der Druck auf den Beckenboden immer stärker und ich habe geklingelt, damit jemand kommt. Ich wurde fast wahnsinnig, weil ich das Gefühl nicht zuordnen konnte.
Als Maike kam, hat sie mich untersucht. Der Muttermund war mittlerweile 6-7 cm geöffnet und sie meinte, ich soll mich auf die andere Seite drehen. Kaum habe ich das getan, wurde der Druck noch stärker. Sie hat mich wieder untersucht und der Muttermund war nun vollständig geöffnet, allein durch die eine Drehung! Dann plötzlich kam der berühmte Pressdrang dazu und Maike meinte nur, ich darf nicht pressen.
Alles ging nun super schnell: Tim wurde geholt und der Kreißsaal wurde mit den nötigen Utensilien bestückt und Frau Dr. Klaus kam auch dazu.

Als ich dann mitpressen durfte, ging alles super schnell. In nur ein paar Wehen war die Kleine draußen. 10 Minuten hat die Geburt nur gedauert! Um 19 Uhr ist die Kleine geboren worden und wurde kurz abgetupft und mir direkt auf den nackten Oberkörper gelegt. Das war ein unglaubliches Gefühl, was ich nicht beschreiben kann!
Auf einmal dieses kleine Wesen auf sich liegen zu haben. Unvorstellbar, dass sie mal in meinem Bauch war und irgendwie den Weg nach draußen gefunden hat!  


Hier sind Bilder von dem Kreißsaal, indem ich war. Auf diesem Bild ist das Kreißsaalbett mit dem CTG Gerät zu erkennen.


Noch einmal das Kreißsaalbett mit diesem wundervollen Spruch. Kein Wunder, dass sowas von jemanden kommt, der noch nie Wehen durchmachen musste. Haha :D






Egal, wie viel Schmerzen ich durchgemacht habe, es hat sich vollkommen gelohnt! Der Körper leistet eine Höchstleistung- und das spürt man auch. Es ist außerdem erstaunlich, wie schnell die Intensität der Schmerzen verblasst. Erst sind sie einem so bewusst und dann verblassen sie mit der Zeit immer mehr. Man weiß zwar noch, dass es unendlich doll wehtat, aber irgendwie kann man sich es doch nicht mehr so schlimm vorstellen.


Meine Schwangerschaft und meine Geburt waren so wundervolle Erfahrungen und ich bin absolut glücklich. Meine kleine Sofia ist ein Engel und wir lieben sie schon jetzt über alles!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen